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Um eine optimale Patientenbetreuung zu gewährleisten und die klinische Forschung zu optimieren, wurde 1993 an der Urologischen Klinik der Universität Innsbruck europaweit das erste Prostatazentrum eingerichtet. Alle Ärzte, die im Prostatazentrum tätig sind, arbeiten schwerpunktmäßig klinisch und wissenschaftlich auf dem Gebiet der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) und/oder des Prostatakarzinoms. Neben der Diagnostik und Behandlung von Prostataerkrankungen werden auch zahlreiche klinische Studien, die die gutartige Prostatavergrößerung als auch das Prostatakarzinom betreffen, durchgeführt.
Bei der Behandlung der gutartigen Vergrößerung der Prostata (BPH) sind primär verschiedene medikamentöse Therapien möglich, die an unserer Klinik angeboten und auch durchgeführt werden. Bei der operativen Therapie der BPH steht an erster Stelle die transurethrale Prostataresektion (TURP), das sogenannte „Hobeln“. Alternativ hierzu bieten wir aber auch die transurethrale Mikrowellentherapie der Prostata (TUMT) an.
Ein weiterer Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt des Prostatazentrums ist die Prostatakrebsfrüherkennung mit Hilfe des PSA. Mit Hilfe dieses Eiweißstoffes, der ausschließlich von der Prostata produziert wird und im Blut vorkommt, ist es möglich Prostatakrebs frühzeitig zu diagnostizieren und auch zu heilen. Aus diesem Grunde wird seit 1993 ein spezielles Prostatakrebs-Früherkennungsprogramm, das sogenannte Projekt Tirol durchgeführt. An diesem Projekt nahmen und nehmen die Urologische Universitätsklinik, sämtliche niedergelassene Urologen, alle praktischen Ärzte, der Blutspendedienst der Blutbank und des Roten Kreuzes, die Tiroler Laborärzte, die Tiroler Ärztekammer, die Tiroler Gebietskrankenkasse als auch das Tiroler Tumorregister teil.
Solch ein landesweites Screening Programm, wie wir es zur Zeit durchführen, kann nur funktionieren, wenn es auch von der Bevölkerung angenommen wird. In Tirol war dies überwältigend. In Tirol leben ca. 65000 Männer zwischen 40. und dem 79. Lebensjahr und alleine im ersten Jahr nahmen 21078 Männer an unserem Programm teil. Das entspricht einer Screeningrate von 32%. In den ersten 6 Jahren unseres Projektes wurden insgesamt 68% aller Tiroler Männer in dieser entsprechenden Altersgruppe einmal mit PSA gescreent. Bezüglich der Beteiligungsrate stellt somit unser Programm das weltweit größte Prostatakrebs-Screeningprogramm dar.